Nachhaltigkeit

Nachhaltiger Anbau

Die Gemeinschaft der über 6.500 Mandelbauern Kaliforniens hat sich nicht nur dazu verpflichtet, ein gesundes Nahrungsmittel zu produzieren und die Gesundheit unserer Bevölkerung zu fördern, sondern auch dazu, nachhaltige landwirtschaftliche Methoden anzuwenden, die sowohl die Umwelt als auch die Interessen der lokalen Gemeinden achten.1,2 Über 90 Prozent der Mandelfarmen Kaliforniens sind Familienbetriebe, die größtenteils schon in der dritten und vierten Generation von Mandelbauern bewirtschaftet werden – und diese möchten ihr Land und ihre Lebensart eines Tages an ihre eigenen Kinder und Enkel vererben. Darüber hinaus sind knapp drei Viertel der Mandelfarmen kleiner als 40 Hektar.2 Besonders diese Bauern haben erkannt, wie wichtig es ist, Ressourcen für diese und künftige Generationen zu schonen, sichere Arbeitsplätze für ihre Mitarbeiter zu schaffen und saubere Luft sowie sauberes Wasser für die eigene Familie und die Nachbarn sicherzustellen.

Die nachhaltige Bewirtschaftung ist von Plantage zu Plantage verschieden und hängt von den örtlichen Gegebenheiten ab, wie etwa von den Unterschieden in Bodenbeschaffenheit und Klima innerhalb des Central Valley von Kalifornien. Nachhaltigkeit kann nur durch die individuelle Pflege und Schonung von Ressourcen erreicht werden – dazu gehören die Beobachtung des Wetters, der Bodenfeuchte und des Bedarfs der Bäume, um die wirksamsten Bewässerungsstrategien und Nährstoffzugaben zu ermitteln.

Um den Bauern zu helfen, diese komplexen Herausforderungen auch weiterhin zu meistern, investiert das Almond Board of California jährlich über 2 Millionen US-Dollar in die Erforschung von Produktions- und Umweltfragen und damit in die Weiterentwicklung optimaler Verfahrensweisen. Nachfolgend haben wir einige unserer fortwährenden Nachhaltigkeitsbestrebungen aufgeführt.

Ein Team mit einer Mission

Die kalifornischen Mandel­bauern und ‑verarbeitungsbetriebe sind bereits äußerst fortschrittlich, was die Anwendung nachhaltiger Anbaumethoden anbelangt, aber sie versuchen dennoch, sich immer weiter zu verbessern. Das California Almond Sustainability Program (CASP) wurde 2009 ins Leben gerufen, um die angewandten Nachhaltigkeitsmaßnahmen der Bauern in Bezug auf die folgenden Aspekte besser verstehen zu können:

  • Wasser (Wirtschaftlichkeit und Qualität)
  • Luftqualität
  • Energie
  • Land (Nährstoffeinsatz, Schädlingsbekämpfung und Bienengesundheit)

Wir haben Daten zu den obengenannten Bereichen erhoben und darüber hinaus die Anbaumethoden auf ihre Umweltauswirkungen im Verhältnis zu den wirtschaftlichen Interessen der Bauern untersucht. Diese Wertanalyse hat den Mandelbauern dabei geholfen, herauszufinden, welche der zahlreichen Methoden die größten ökologischen und ökonomischen Auswirkungen haben. Gleichzeitig dienen die Ergebnisse als Grundlage für künftige Forschungsgebiete und ‑projekte.

Wasser ist wichtig

Eine effiziente Wassernutzung und ein effizientes Bewässerungsmanagement sind von zentraler Bedeutung für den Erfolg der Mandelbauern im Central Valley von Kalifornien und stellen sicher, dass die Verbrauchernachfrage nach Mandeln auf nachhaltige Weise gedeckt werden kann.

Seit über dreißig Jahren erforscht und implementiert das Almond Board Techniken zur optimalen Nutzung unserer kostbaren Wasserressourcen. So konnten die Mandelbauern dank modernster Entwicklungen in Anbau und Produktion die Menge des Wassers, das für den Anbau von einem Pfund Mandeln verwendet wird, um 33 Prozent senken.3

Laden Sie das Water Wise Fact Sheet im PDF-Format herunter – California Almonds

Wie haben sie das geschafft? Wir haben im Rahmen des CASP die von den Mandelbauern Tag für Tag angewandten Methoden zur effizienten Wassernutzung unter die Lupe genommen und dabei Folgendes festgestellt:

  • Über 70 Prozent der in einer Erhebung aus dem Jahre 2014 erfassten Mandelplantagen verwenden Mikrobewässerungssysteme, die Wasser sparen, indem sie den Verlust durch Abfluss verringern, das Wasser unmittelbar in den Wurzelbereich leiten, und Zeit, Dauer und Häufigkeit der Bewässerung genau steuern.
  • 83 Prozent der befragten Bauern gaben an, nach Bedarf und nicht nach festen Zeitplänen zu bewässern. Das heißt, sie beobachten Wetter, Bodenfeuchte und die Bäume, um selbst zu bestimmen, wann und wie viel sie wässern müssen.4
  • 62 Prozent der Mandelbauern nutzen Bodenkarten, um die Bodeneigenschaften ihrer Plantagen zu verstehen und das Bewässerungssystem entsprechend zu planen, damit das Einsickern und die Verteilung des Wassers optimiert werden können.4
  • Die Mandelbauern sorgen auch dafür, dass die Infrastruktur ihrer Bewässerungssysteme optimal instand gehalten wird.

Der Gesamtwasserverbrauch durch Farmen konnte teils dank dieser Neuerungen in der Landwirtschaft in den 2000er Jahren stabil gehalten werden – trotz einer Ausdehnung der Anbauflächen mehrjähriger Pflanzen, zu denen auch die Mandeln zählen, im selben Zeitraum. Die Zunahme des Anbaus hatte also nicht zur Folge, dass mehr Wasser durch die Landwirtschaft verbraucht wurde.5 Auch der Blick auf längerfristige Entwicklungen zeigt, dass die kalifornischen Landwirte stets mehr mit weniger erreicht haben: Zwischen 1967 und 2010 stiegen die Umsätze in der Landwirtschaft in Kalifornien um über 85 Prozent, während der Wasserverbrauch für Nutzpflanzen um mehr als fünf Prozent verringert wurde.5

Neben der sparsamen Wassernutzung ist der Schutz der Grundwasserqualität von entscheidender Bedeutung für die kalifornischen Bauern, ihre Familien und Nachbarn. So verbessern die Mandel­bauern beständig das Stickstoffmanagement. Tatsächlich haben Studien, die an der University of California, Davis, durchgeführt wurden, gezeigt, dass Mandeln zu den Nutzpflanzen mit der effizientesten Stickstoffnutzung gehören. Mit den gegenwärtig angewandten Anbaumethoden liegt die Effizienz des Stickstoffeinsatzes bei Mandeln zwischen 75 und 85 Prozent, während sie in der Landwirtschaft allgemein unter 50 Prozent liegt.6

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CO2-Fußabdruck

Das Almond Board of California arbeitet derzeit an einer Lebenszyklusanalyse (Ökobilanz), die vom Fachbereich für Bau- und Umweltingenieurwissenschaften und vom Institut für Nachhaltigkeit in der Agrarwirtschaft der University of California, Davis, gemeinsam erstellt wird, um den Treibhausgasausstoß und die Energiebilanz der Mandelproduktion zu bewerten. Diese Untersuchung konzentriert sich konkret auf den Mandelanbau in Kalifornien, anstatt sich auf weltweite Berechnungen zur Klimabilanz von Nahrungsmitteln zu verlassen, die abhängig von Klima, Boden, Transportwegen und anderen geographisch sensiblen Variablen schwanken können.

Die erste Phase der Lebenszyklusanalyse kalifornischer Mandeln beschäftigt sich mit den klimatischen Auswirkungen und dem Energieverbrauch der kalifornischen Mandelproduktion (von der Baumschule bis zur enthülsten und geschälten Mandel) über die typische Lebensdauer einer Mandelplantage von 25 Jahren hinweg. Zu den wichtigsten Erkenntnissen der Studie gehört, dass die Energiegewinnung aus dem Beschnitt und der Lichtung von Bäumen entscheidend für eine optimale Mandelproduktion ist. Tatsächlich kann die Mandelproduktion durch die vollständige Nutzung der Abfälle potenziell CO2-neutral oder gar CO2-negativ ausfallen.7 In weiteren Untersuchungen soll festgestellt werden, ob eine statistisch signifikante Anzahl der kalifornischen Mandelbauern ihre Abfallprodukte derzeit entsprechend nutzt.

Das Almond Board arbeitet zusammen mit Forschern der UC Davis gegenwärtig an der Freigabe der zweiten Phase der Lebenszyklusanalyse, die den Energieverbrauch und die Treibhausgasemission über die Mandelproduktion hinaus untersuchen soll, z. B. beim Blanchieren, Rösten, Verpacken und Transportieren von Mandeln.

Minimale Abfälle

Die Nebenprodukte der kalifornischen Mandelproduktion erzeugen nur in geringem Maße Abfälle. Die Mandelbäume und das Wasser, das für den Anbau eingesetzt wird, produzieren neben den Mandelkernen selbst zwei verschiedene Erzeugnisse: die Schale, die als Tierfutter genutzt wird und so das Wasser und die Fläche, die ansonsten zum Anbau von Futterpflanzen wie Heu und Alfalfa gebraucht würden, verringert, und die Haut, die als Stalleinstreu und als alternative Energiequelle in Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen genutzt wird.

Wenn Sie Fragen zu unserer Nachhaltigkeitsarbeit haben oder weitere Informationen wünschen, wenden Sie sich einfach an das Almond Board.


 

1 Definition nach dem California Almond Sustainability Program: Nachhaltiger Mandelanbau wendet Produktionsmethoden an, die wirtschaftlich rentabel sind und auf wissenschaftlicher Forschung, gesundem Menschenverstand und dem Respekt vor Umwelt, Nachbarn und Mitarbeitern basieren. Das Ergebnis ist die reiche Ernte eines nahrhaften und unbedenklichen Nahrungsmittelprodukts.

2 2012 USDA Agricultural Census. http://www.agcensus.usda.gov/Publications/2012/

3 UC Drought Management – Historical Almond ET, siehe Goldhamer, David. 2012. Almond in Group Yield Response to Water. FAO irrigation and Drainage Paper No. 65, P. Steduto, T.C. Hsiao, E. Fereres und D. Raes, Hg. Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen, Rom (Italien), S. 246–296.

4 Almond Board of California. 2014 Almond Sustainability Program Report.

Almond Board of California. 2014 Almond Sustainability Program Report - See more at: http://www.almonds.co.uk/consumers/about-almonds/sustainability#sthash.3...

5 California Department of Water Resources – Water Plan Update, 2013.

6 University of California, Davis, Management of Nitrogen in Almonds and Pistachios, 2013. S. 21ff. http://www.cdfa.ca.gov/is/ffldrs/frep/pdfs/Brown_2013.pdf

7  University of California, Davis. Greenhouse Gas and Energy Footprint (Life Cycle Assessment) of California Almond Production Report. S. 24ff.